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Afrika

Malawi - Sommer 1998

Quer durch das südliche Afrika kommend will Familie V. mit Sack und Pack nach Malawi einreisen, damit Vater V. dort eine Stelle antreten kann. Das ist eine so ungewöhnliche Sache, dass die Grenzer erst einmal mächtig mit den Vorgesetzten kommunizieren müssen, was nun alles zu erledigen ist. Während auf Antwort gewartet wird, entwickelt sich ein Gespräch zwischen zwei Grenzbeamten, die nicht wissen, dass V. in Folge eines früheren mehrjährigen Aufenthalts die Landessprache versteht.

Grenzer 1 zu Grenzer 2:
Weißt du, die Deutschen sind ein erstaunliches Volk. Als ich in Frankfurt am Flughafen zur Ausbildung war, da hatte ich einen Chef. Stell dir vor, der war immer schon vor mir auf der Arbeit! Und wenn ich nach Hause ging, dann war er immer noch da! Außerdem hatte er immer einen Schraubendreher in seiner Hemdtasche. Und wenn er alles kontrollierte und sah, dass irgendwo eine Schraube lose war, dann hat er sie mit seinem Schraubendreher selbst wieder festgezogen!

Grenzer 2 zu Grenzer 1:
Neieieiein! So was gibt's??? (und lacht) Bei uns ist das genau anders herum. Da sitzt der Chef nur am Schreibtisch und liest Berichte.

6.5.06 16:46


Malawi 1998 – „afrikanisch“ Essen

Wie bekommt man in Malawi als Besucher ein einheimisches Essen, das man auf einheimische Weise zu sich nimmt? Man besucht einen deutschen Universitäts-Dozenten!

So ist es jedenfalls mir ergangen. Überall, wo ich hinkam, war ich der Besuch aus Deutschland und wurde an einen Tisch gebeten, erhielt Essen auf einem Teller und aß mit Messer und Gabel. Nur nicht bei besagtem Professor. Der hielt es in seinem Haus so, dass mittags für die komplette Mannschaft seiner universitären Mitarbeiter (rund ein halbes Dutzend Personen, die meisten europäische Praktikanten) echt malawisch bei ihm zu Mittag aßen: Auf dem Boden sitzend, die Schalen mit Nsima (einem festen Brei aus weißem Mais), Gemüse und etwas Fleischsoße auf einer Matte in der Mitte und jeder bedient sich mit den Fingern der rechten Hand. Teller für den „Eigenbedarf“? Bekam nur ein Frischling, gerade am Vormittag aus Schweden kommend eingetroffen, zum Üben. Eine andere Mitarbeiterin erklärte, wie es funktioniert.

Ich musste ohne Einführung klar kommen...

6.5.06 14:08


Malawi 1998 – mit Prominenz unterwegs

Mein „Reiseführer“ durch’s Land war ein echter Prominenter, ein Musiker, dessen Gesicht kaum jemand kannte, weil Malawi damals kein eigenes Fernsehen hatte. Deshalb herrschte immer gute Stimmung, wenn er irgendwo erkannt wurde bzw. sich zu erkennen gab.

Das erste Mal erlebte ich das in einer Bank in Blantyre, wo ich Reiseschecks in Bargeld tauschen wollte. Der Bankangestellte meinte unbedingt eine Adresse in Malawi haben zu müssen, um meine Schecks annehmen zu können. Die konnte ich ihm nicht liefern – erstens, weil ich nicht wusste, wo ich die letzte Nacht verbracht hatte (bei Freunden, die Adresse kenne ich nicht) und zweitens, weil ich mit meinem Freund W. auf dem Weg in einen Naturpark war und auch dort die Übernachtungsadresse nicht kannte. Der Disput zog sich eine Weile hin, bis W. das mitbekam und an den Schalter kam. Nach ein paar wenigen Worten zog W. sich wieder zurück. Der Mann am Schalter fragte: „War das W.?“ Auf meine Bestätigung hin begann er eilig auf seiner Comuter-Tastatur zu tippen und ich hatte in kürzester Zeit den Gegenwert von 300 DM in der Landeswährung in Händen.

Ein weiteres Mal war ein solcher Effekt an einer Polizeisperre zu erleben. Während ich mich mit meinem Sonnenbrand in den Schatten einiger Bäume setzte, streunte W. umher, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Dabei kam er auch mit einem der Polizisten ins Gespräch. Dieser marschierte kurz darauf zu seinen in meiner Nähe sitzenden Kameraden und rief ihnen schon aus der Entfernung etwas zu. Das hatte ich natürlich nicht verstanden, aber alle Köpfe blickten schlagartig in Richtung von W. Und kurz darauf saß der Polizist neben mir und begann mich auszufragen, woher ich W. kannte und was wir machten usw. – was er dann brühwarm seinen Leuten berichten ging.

30.4.06 17:14


Malawi 1998 - Auto fahren

Ein Bekannter fuhr uns von Mzuzu an den Malawi-See - mit einigen "Schlenkern" durch Dörfer, in denen er etwas zu erledigen hatte. Auf einmal fragte er, während sein Pickup einmal mehr heftig schlingerte: "Sag mal, habt ihr in Deutschland auch solche Straßen ?"
Meine Antwort: "Wenn wir solche Straßen haben, dann steht davor ein Schild: Durchfahrt verboten!"
Das ließ ihn zu mir rüber blicken. "Dann musst du nachher mal ans Steuer."
Ich: "Ich habe keinen Führerschein mit."
Kommentar: "Das ist egal. Einen Weißen hält hier keiner an."
28.4.06 13:30





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